Der Silberberg – die „Bodenmaiser Schatztruhe“

31.10.2014

Schneeschuhwandern wird immer beliebter. Kein Wunder, ermöglicht es doch jedem Naturliebhaber auch im Winter, wenn viele Waldwege tief verschneit und selbst Winterwanderwege durch stellenweise Vereisungen gelegentlich schwerer zu begehen sind, die Natur zu genießen. Die Technik des Schneeschuhgehens ist sehr leicht und in wenigen Minuten erlernbar, doch erfordert die Wahl der Route mehr Vorwissen, als bei einer Wanderung in der wärmeren Jahreszeit: Da das Stapfen durch den Schnee relativ anstrengend sein kann, muss der Schneeschuhgeher für die gleiche Wanderroute vor allem mehr Zeit einplanen. Außerdem muss in besonders sensiblen Naturräumen, wie beispielsweise im Arbergebiet, bei der Routenplanung vor allem auf die Bedürfnisse der natürlichen Waldbewohner Rücksicht genommen werden.

Doch Artenschutz steht keineswegs im Gegensatz zum Wintersport. Das Arbergebiet ist groß genug, so dass sich Mensch und Tier aus dem Weg gehen können. Für alle Schneeschuh- und Skitourengeher haben Mitarbeiteinnen der Tourist-Information Bodenmais daher im letzten Winter in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutz und dem Forst eine Karte mit neun naturverträglichen Schneeschuhrouten erstellt und im Gelände deutlich sichtbar markiert. Eine dieser Routen, die rund fünf Kilometer lange, technisch leichte „Silberberg-Runde“, gibt auch Schneeschuh-Einsteigern mit einer guten Kondition – es gilt, rund 200 Höhenmeter bergauf zu überwinden – einen genussvollen Einblick in den Winterwald rund um Bodenmais.

Wir beginnen unsere Tour unterhalb der Silberberg-Talstation. Hier weist uns die „orangene 1“ den Weg zur Schönebene. Besonders hier – im Gebiet rund um den Silberberg – merken wir, dass ein naturnah bewirtschafteter Wirtschaftswald gelegentlich „urwaldartige Züge“ aufweisen kann: Altersklassen- und baumartendurchmischte Wälder, wie wir sie besonders rund um die Schönebene finden, wirken auf uns nicht nur abwechslungsreicher, sondern sind auch forstwirtschaftlich sinnvoll.

Während wir langsam aus der Waldeinsamkeit auftauchen und uns die typischen Pistengeräusche zeigen, dass wir uns dem Silberberggipfel nähern, erscheint es manchen von uns eher erstaunlich, dass direkt neben bzw. unter diesem winterlichen Treiben am Silberberg einige hundert Fledermäuse ihren Winterschlaf halten: Das stark verzweigte – 35 Kilometer lange - Stollensystem des Silberbergbergwerks gilt unter Artenschützern als eines der bedeutendsten Fledermauswinterquartiere Deutschlands: Über zehn der 19 im Bayerischen Wald heimischen Fledermausarten  überwintern hier. Das Bergwerk, das über viele Jahrhunderte hindurch Lebensgrundlage von Bodenmais war, ist aber auch für Geologen interessant: Insgesamt konnten hier bisher über 60 Mineralien, darunter Kupferkies, Bleiglanz und Schwefel, gefunden werden.

Nach einer – je nach Wetter – kürzeren oder längeren Gipfelrast, bei der wir den Ausblick auf Falkenstein, Harlachberg, Geißkopf und die Bergkette zwischen Großem Arber und Kaitersberg genießen können, gehen wir ein kurzes Stück den Weg zurück und folgen der, unweit der Piste, aber bereits im Wald verlaufenden „orangenen 1“ zum Ausgangspunkt unserer Tour, der Silberbergtalstation.